Abmahnung und Ermahnung – Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Frankfurt
Deutsche Gesetze

Abmahnung und Ermahnung 

Von der Abmahnung zu unterscheiden ist die bloße Ermahnung. Bei einer Ermahnung wird zwar auch ein konkretes Fehlverhalten gerügt, allerdings fehlt es an der Androhung das Arbeitsverhältnis im Wiederholungsfalle beenden zu wollen. Die Bezeichnung als Abmahnung oder Ermahnung ist nicht entscheidend. Zur korrekten Einordnung kommt es nicht auf die konkrete Bezeichnung, sondern vielmehr auf den jeweiligen Inhalt an.

Eine arbeitgeberseitige Abmahnung enthält immer drei Bestandteile:

1. Der Arbeitgeber beschreibt das abgemahnte Verhalten möglichst präzise. Datum und Uhrzeit des Verstoßes sind genannt.
2. Der Arbeitgeber rügt das abgemahnte Verhalten deutlich als Vertragsverstoß und fordert den Arbeitnehmer auf, dieses Verhalten in Zukunft zu unterlassen (Rüge).
3. Der Arbeitgeber weist deutlich darauf hin, dass der Arbeitnehmer im Wiederholungsfall mit der Kündigung seines Arbeitsverhältnisses rechnen muss (Warnung).

Anknüpfungspunkt: Steuerbares Verhalten

Da die Abmahnung an ein bestimmtes Verhalten bzw. eine Handlung anknüpft, muss ein tatsächlich steuerbares Verhalten des Arbeitnehmers vorliegen. Der Arbeitnehmer muss in der Lage sein, sein Verhalten ändern zu können.

Abmahnung als Voraussetzung für eine einseitige Auflösung oder Abänderung des Arbeitsverhältnisses

Die Abmahnung spielt im Arbeitsrecht eine große Rolle. Eine erforderliche Abmahnung ist Wirksamkeitsvoraussetzung für eine auf vertragswidriges Verhalten gestützte einseitige Auflösung (Beendigungskündigung) oder Abänderung (Änderungskündigung) von Arbeitsverhältnissen, da eine Abmahnung weniger einschneidend ist als eine Kündigung. Eine Ausnahme kommt dann in Betracht, wenn die Abmahnung gerade nicht erforderlich ist, z.B. weil das Arbeitsverhältnis bereits aufgrund eines einmaligen gravierenden Verstoßes dauerhaft zerrüttet ist (Bsp.: Kassierer stiehlt Geld aus der Kasse).

Form der Abmahnung

Für eine Abmahnung ist nicht die Einhaltung einer bestimmten Form erforderlich, sie kann auch mündlich ausgesprochen werden. Allerdings werden Abmahnungen zu Beweiszwecken ganz überwiegend schriftlich erteilt.

Zu Unrecht ausgesprochene Abmahnung

Oft werden Abmahnungen zu Unrecht ausgesprochen oder die Abmahnung ist fehlerhaft, weil es an einer der oben genannten Voraussetzungen fehlt bzw. die Abmahnung nicht richtig formuliert wurde. Ist eine Abmahnung zu Unrecht ausgesprochen worden, hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte.

Verhaltenstipps bei einer Abmahnung durch den Arbeitgeber

1. Lediglich den Erhalt der Abmahnung schriftlich bestätigen, nicht jedoch den Inhalt der Abmahnung anerkennen.
2. Weitere Beweissicherung: Mit Kollegen sprechen, die beim abgemahnten Verhalten zugegen waren, relevante E-Mails sichern, weitere Beweise sichern.
3. Eine Gegendarstellung abgeben und der Abmahnung widersprechen.
4. Den Betriebsrat, soweit vorhanden, einschalten.
5. Gegebenenfalls auf Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte klagen.

Leistungen im Überblick:

• Rechtliche Prüfung und Bewertung der Abmahnung.
• Sollten Sie als Arbeitnehmer eine ungerechtfertigte Abmahnung erhalten haben, bieten wir Ihnen kompetente Einschätzung und Beratung durch einen erfahrenen Fachanwalt für Arbeitsrecht.  Als Handlungsalternativen kommen etwa konstruktiven Verhandlungen mit dem Arbeitgeber, bis hin zu einer Klage auf Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte in Betracht.

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